Newsletter (2015 / 1)

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Newsletter (2015 | 1)

IPBES Experten-Nominierung und weitere Beteiligungsmöglichkeiten

Auf dem dritten IPBES-Plenum (IPBES-3) Mitte Januar 2015 in Bonn wurde beschlossen, Expertengruppen einzurichten für die Durchführung von regionalen/ subregionalen Assessments zu Biodiversität (Deliverable 2b) und zum thematischen Assessment zu Landdegradierung und Wiederherstellung (Deliverable 3bi). Es wurde weiterhin beschlossen, drei Scopings (Machbarkeitsstudien) durchzuführen. Diese Machbarkeitsstudien bilden die Grundlage für Entscheidungen auf dem vierten IPBES-Plenum (IPBES-4) im Februar 2016, ob folgende Assessments durchgeführt werden: 1. ein globales Assessment zu Biodiversität und Ökosystemleistungen (Deliverable 2c), 2. ein thematisches Assessment zu invasiven gebietsfremden Arten (Deliverable 3bii) und 3. ein thematisches Assessment zur nachhaltigen Nutzung und Erhaltung der Biodiversität (Deliverable 3biii).

Das dritte IPBES-Plenum entschied auch, dass, um Redundanzen zu vermeiden, die Machbarkeitsstudien mit den regionalen/subregionalen Assessments bis zu einem gewissen Grade verknüpft werden. In der Folge sollten bei der Nominierung von Experten für die in 2015 beginnenden regionalen/subregionalen Assessments auch Experten für die Machbarkeitsstudien für invasive gebietsfremde Arten und für die  nachhaltige Nutzung und Erhaltung der Biodiversität benannt werden, für die kein separater Nominierungsaufruf erfolgt.


Foto 1: Das dritte Treffen des zwischenstaatlichen Gremiums zur wissenschaftlichen Politikberatung (IPBES-3) fand vom 12.-17. Januar 2015 im World Conference Center in Bonn statt. (Foto bereitgestellt von U. von Witsch)

Im Februar 2015 rief IPBES Regierungen und Organisationen auf, für die o.g. Arbeitselemente Experten vorzuschlagen. Da eine Selbstnominierung ausgeschlossen ist, hat Deutschland den folgenden Prozess festgelegt: Interessenten, die sich von der Bundesregierung nominieren lassen möchten, durchlaufen einen von der deutschen IPBES-Koordinierungsstelle i.A. der Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie Bildung und Forschung (BMBF) koordinierten nationalen Begutachtungsprozess. Ein hierfür eingerichtetes, unabhängiges, nationales Expertengremium analysiert die bei der nationalen Koordinierungsstelle eingegangenen Bewerbungen nach sachbezogenen Kriterien.

Als Reaktion auf den internationalen Aufruf gingen bei der deutschen IPBES-Koordinierungsstelle im März 2015 31 Bewerbungen mit 33 Kandidaturen (zwei Doppelkandidaturen) ein. Das Expertengremium analysierte die Bewerbungen und sprach 20 Befürwortungen aus. BMUB und BMBF übernahmen die Empfehlungen des Expertengremiums. Die Nominierungen wurden von der nationalen Koordinierungsstelle i.A. des BMUB (Nationale IPBES-Kontaktstelle) dem IPBES-Sekretariat gegenüber bestätigt.

Bislang wurden folgende Experten aus den Befürwortungen durch das multidisziplinäre Expertengremium des IPBES (MEP) ausgewählt, wurden informiert und haben diese Wahl angenommen:

  • Regionale/ subregionale Assessments zu Biodiversität (Deliverable 2b)
    Afrika: Dr. Katja Heubach, Leitautorin (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH, UFZ);
    Amerikas: Dr. Gunther Köhler, Leitautor (Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg, Frankfurt am Main)
    Asien-Pazifik: Dr. Lars Opgenoorth, Leitautor (Universität Marburg); Dr. Josef Settele, Leitautor (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH, UFZ);
  • Europa und Zentralasien: Dr. Christine Fürst, Leitautorin (Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Garmisch-Partenkirchen); Dr. Irene Ring, Koordinierende Leitautorin (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH, UFZ);
  • Thematisches Assessment zu Landdegradierung und Wiederherstellung (Deliverable 3bi)
    Dr. Sebastian Arnhold, Leitautor (Universität Bayreuth); Prof. Dr. Aletta Bonn, Leitautorin (Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH, UFZ/ Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig).

Die Bundesministerien begrüßen es, wenn sich zahlreiche deutsche Experten bewerben. Losgelöst von der Nominierung als Experte gibt es weitere Möglichkeiten, die eigene Expertise in den IPBES-Prozess einzubringen. Dies sind u.a. webbasierte Konsultationen von IPBES-Dokumenten. Auf den nationalen IPBES-Foren, die von der deutschen IPBES-Koordinierungsstelle in Vorbereitung der internationalen Verhandlungen (IPBES-Plenen) organisiert werden, werden zudem aktuelle IPBES-Dokumente mit Experten diskutiert. Die dort gemachten Kommentare und Empfehlungen der Experten fließen in die Entwicklung der nationalen Verhandlungspositionen ein. Das nächste nationale IPBES-Forum findet am 28./ 29. Januar 2016 in Bonn statt. Es ist unmittelbar dem vierten IPBES-Plenum Ende Februar 2016 vorgeschaltet.

Das regionale IPBES Assessment für Europa und Zentralasien wird von der Universität Bern koordiniert


Die technische Unterstützungseinheit (TSU) für das regionale Assessment zu Europa und Zentralasien (IPBES-Arbeitselement 2b) wird am Institut für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern, Schweiz, angesiedelt. Dieses regionale Assessment wird für die Subregionen Westeuropa, Osteuropa und Zentralasien den gegenwärtigen Status der Biodiversität und Ökosystemleistungen, Trends und Zukunftsprognosen sowie ihre Auswirkungen auf die menschliche Gesellschaft bewerten. Die TSU wird die organisatorischen und administrativen Aktivitäten dieses Assessments koordinieren. Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte ipbes.tsu-eca@ips.unibe.ch.

Ein erstes Treffen der vom multidisziplinären Expertengremium (MEP) für das Assessment ausgewählten Experten findet vom 31.08.-04.09.2015 unter deutscher Beteiligung statt.

Das Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo) führte am 27.05.2015 am Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt (BiK-F) einen Workshop mit der Fragestellung durch, wie deutsche Experten zum Gelingen der regionalen Assessments beitragen können (abgesehen von einer Nominierung als Experte zur Erstellung der Assessments). Möglich ist dies beispielsweise durch das Kommentieren der IPBES-Dokumente.
Die Ergebnisse des Workshops können eingesehen werden unter: (Link)

Kapazitätenbedarfe in Osteuropa und Zentralasien für Stakeholder Engagement in IPBES


Im Herbst 2014 gab die deutsche IPBES-Koordinierungsstelle eine Studie in Auftrag, um gemeinsam mit mehreren Ländern in Osteuropa und Zentralasien Kapazitätenbedarfe für ein umfassendes Stakeholder Engagement in IPBES in diesen Regionen zu ermitteln. Im Februar 2015 wurde hierzu ein Workshop in Tbilisi, Georgien, in Zusammenarbeit mit dem georgischen Ministerium für Umweltschutz und natürliche Ressourcen ausgerichtet. 30 Experten aus Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Ungarn, Moldawien, der Russischen Föderation, der Türkei, Turkmenistan, der Ukraine, Weißrussland und Deutschland nahmen an dem viertätigen Workshop teil.

Die Workshop-Ergebnisse wurden unter dem Titel "Shaping capacity-building for stakeholder engagement with IPBES according to most urgent capacity-building needs, identified with experts from Eastern Europe and Central Asia" zusammengefasst und dem internationalen IPBES-Sekretariat zur Verfügung gestellt. Das Sekretariat leitete die Studie an die IPBES Task Force zu Kapazitätsaufbau (Deliverables 1a und 1b) und die Leiter des regionalen/ subregionalen Assessments zu Europa und Zentralasien weiter. Die Studie kann auf der Webseite der deutschen IPBES Koordinierungsstelle heruntergeladen werden: (PDF-Dokument)

Nationale Kommentierung der IPBES Assessments zu Bestäubern, Bestäubung und Nahrungsmittelproduktion sowie zu Szenarien und Modellierung

Im Auftrag der Bundesregierung analysierte die deutsche IPBES-Koordinierungsstelle die zweiten Entwürfe der Assessments zu Bestäuber, Bestäubung und Nahrungsmittelproduktion (Deliverable 3a) und zu Politikunterstützungsinstrumente sowie Methoden der Szenarienanalyse und Modellierung von Biodiversität und Ökosystemleistungen (Deliverable 3c) sowie ihre Zusammenfassungen für Entscheidungsträger. Für die von der Regierung zu beiden Assessments im Juli 2015 eingereichten Kommentierungen berücksichtigte die Koordinierungsstelle auch die bei ihr eingegangenen Kommentare von nationalen Experten und arbeitete die ihr übermittelten Ergebnisse der Ressortabstimmung ein. Die Koordinierungsstelle bedankt sich für diese Zusammenarbeit.

Gastbeitrag
Erste Erfahrungen in der Rolle eines koordinierenden Leitautors im Pollinator-Assessment
Josef Settele, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ, Halle/ Saale


Foto 2: "Eine asiatische Holzbiene, schwebend vor
einem Schmetterlingsblütler in Banaue/ Philippinen"
(mit freundlicher Genehmigung von J. Settele).
Eines der ersten im Arbeitsprogramm 2014-2019 geplanten Assessments des IPBES ist das Thematic assessment of pollinators, pollination and food production (Deliverable 3a) . 75 Experten aus 29 Ländern aller Weltregionen (drei Experten aus Deutschland) stellen unter Leitung der beiden Co-Chairs Simon Potts (UK) und Vera Imperatriz Fonseca (Brasilien) derzeit das weltweit vorhandene Wissen über bisherige und zukünftige Veränderungen der Populationen an Bestäubern und ihren Leistungen zusammen. Ziel ist es, der Politik Handlungsoptionen bezüglich Bestäuber und ihrer Leistungen für das menschliche Wohlergehen und für die Nahrungsmittelproduktion aufzuzeigen. In das Assessment fließen vor allem die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeiten aus Fachjournalen wie auch Berichten relevanter Organisationen ein. Neu (im Vergleich zu vorhergehenden Assessments wie z.B. denen des IPCC) ist eine starke Berücksichtigung indigenen und traditionellen Wissens.

Aufgrund der vergleichsweise guten Daten- und Informationslage, sowie aufgrund des Anliegens des IPBES, zu einem frühen Zeitpunkt erste Produkte liefern zu wollen, erfolgt das Assessment in einem teilweise beschleunigten Verfahren. Ende Mai wurde der SOD (= Second Order Draft) fertiggestellt und stand bis zum 17. Juli zur Begutachtung durch Regierungsdelegationen wie auch Fachkollegen zur Verfügung.

Da unser Kapitel vor allem auch politisch brisante Themen zum Inhalt hat (Pestizide, GMOs (= genetically modified organisms) und Klimawandel in ihrer Bedeutung für Bestäuber und Bestäubung), war das allgemeine Interesse für das Assessment in verschiedensten Kreisen (Bürger, Industrie, NGOs, etc.) von Beginn an sehr hoch.


IPBES Stakeholder Meeting
07. August 2015, Montpellier, Frankreich

Die Gesellschaft für Naturschutzbiologie (Society for Conservation Biology) lädt zusammen mit weiteren IPBES Stakeholdern zu einem offenen Meeting zum Stand und zur Entwicklung des IPBES Stakeholder-Netzwerks ein. Das Meeting findet unmittelbar im Anschluss an den International Congress of Conservation Biology / ICCB am 07. August 2015 in Montpellier, Frankreich, statt. Weitere Informationen finden Sie unter: (Link)

Erstes IPBES Capacity Building Forum vom 19.-22.10.2015 in Indien

Auf Grundlage von Entscheidung IPBES-3/1* findet das erste IPBES Capacity Building Forum vom 19.-22.10.2015 in Dehradun, Indien, statt. Diskutiert werden die Entwicklung des Dialogs zwischen Empfängern, Umsetzern und Finanzieren. Die Ziele sind: Kooperationen auszuloten, Partnerschaften für die Steuerung des und Lieferung aus dem Capacity Building-Programm voran zu treiben und weitere Aktionen im Bereich Capacity Building zu planen, inklusive der Vorbereitung künftiger Sitzungen des Forums.
Eine Teilnahme erfolgt auf Einladung durch das IPBES Bureau. Mitgliedsstaaten und Beobachter-Organisationen waren bis zum 24.07.2015 aufgerufen, dem Bureau entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. Deutschland befürwortet diesen Prozess und hat seinerseits Experten nominiert.
Ein zweites Forum ist für 2016 geplant. Eine vorläufige Agenda des ersten Forums finden Sie hier: (PDF-Dokument)

* IPBES-Entscheidung: The Plenary "takes note of the preliminary plans for convening, in 2015, the first capacity-building forum of the Platform with representatives of conventional and potential sources of funding and requests the Bureau, with the support of the secretariat, the task force on capacity-building and its technical support unit, to convene the forum during the second half of 2015 on the basis of a call for expressions of interest to take part in the forum and requests a report on the outcome of the forum to the Plenary at its fourth session” (Decision IPBES-3/1). 

Viertes Nationales IPBES-Forum am 28.-29. Januar 2016 in Bonn

Im Auftrag der Bundesministerien für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sowie für Bildung und Forschung (BMBF) wird das nationale IPBES-Forum in Vorbereitung auf die internationalen Verhandlungen des Weltbiodiversitätsrats organisiert. Das Forum wird über laufende IPBES-Aktivitäten und Entwicklungen informieren. Die Teilnehmer werden zur Erarbeitung nationaler Positionen für das vierte Plenum des IPBES (IPBES-4) beitragen, das vom 22. bis 28. Februar 2016 in Kuala Lumpur, Malaysia, stattfindet. Das Forum bietet darüber hinaus einen einzigartigen Rahmen für den Austausch von Ideen sowie die Knüpfung neuer Partnerschaften, um das IPBES-Arbeitsprogramm gemeinsam und erfolgreich umzusetzen. Ein vorläufiges Programm der zweitägigen Veranstaltung wird in Kürze auf der Webseite der deutschen IPBES-Koordinierungsstelle veröffentlicht (www.de-ipbes.de).

Viertes Treffen des Weltbiodiversitätsrates (IPBES-4)
22.-28. Februar 2016, Kuala Lumpur, Malaysia

Der Weltbiodiversitätsrat, IPBES, will politischen Entscheidungsträgern objektive und zuverlässige Informationen über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt und ihrer Ökosystemleistungen zur Verfügung stellen. Das vierte Treffen dieses zwischenstaatlichen Gremiums zur wissenschaftlichen Politikberatung (IPBES-4) findet vom 22.-28. Februar 2016 in Kuala Lumpur, Malaysia, statt. Auf IPBES-4 wird der Weltbiodiversitätsrat die erzielten Fortschritte im verabschiedeten IPBES-Arbeitsprogramm für 2014-2018 bewerten. Hierbei werden auch die für die Umsetzung des Arbeitsprogramms notwendigen institutionellen sowie Haushaltsmaßnahmen analysiert. Die Mitgliedsländer werden auf IPBES-4 insbesondere ersucht, die beiden ersten IPBES-Assessments zu Bestäubern, Bestäubung und Nahrungsmittelproduktion (Deliverable 3a) sowie zu Szenarien und Modellierung von Biodiversität und Ökosystemleistungen (Deliverable 3c) für deren Verabschiedung zu prüfen, respektive die Zusammenfassungen für Entscheidungsträger (Summary for Policymakers) anzunehmen. Die Arbeits- und Informationsdokumente für IPBES-4 werden im Laufe des zweiten Halbjahres 2015 auf der Webseite des IPBES-Sekretariats eingestellt. Die deutsche IPBES-Koordinierungsstelle wird nach IPBES-4 eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse von IPBES-4 auf ihrer Webseite veröffentlichen.

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Bildnachweis:
Kopfzeile: © Fotolia
Foto 1: © Uta von Witsch
Foto 2: © Josef Settele

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