Expertenprofil Dr. Katja Heubach

Persönliches Zitat:
"Biodiversity makes the world go 'round"

Angaben zur Person:

Dr. Katja Heubach, Biologin

Institutionelle Anbindung:
Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ);
Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt (BiK-F)

Weitere Hintergrundinformationen zu Person und Institution:
https://www.ufz.de/index.php?de=31426

Autorin in welcher Expertengruppe / Task Force (vergangen und gegenwärtig); ggf. weitere Funktionen im IPBES-Prozess

  • Lead Author in Kapitel 2 des Assessments für IPBES-Arbeitsprogramm Element 2(b);
    Regionale/subregionale Assessments zu Biodiversität und Ökosystemleistungen für die Region Afrika; laufender Prozess
  • Mitarbeit bei der TSU Values als Vertreterin der GIZ

Teilnahme an anderen IPBES-relevanten Aktivitäten

  • Teilnehmerin bei IPBES-2, 9.-13.12.2013, Türkei; Mitglied der deutschen IPBES-Delegation
  • Organisation und Durchführung der ersten Pan-European IPBES Stakeholder Consultation (PESC-1), 16.-18.7.2013, Leipzig
  • Organisation und Durchführung des ersten internationalen Treffens von BSPIN (Biodiversity Science-Policy Interfaces Network for Early Career Scientists), 9.1.2015, Bonn
  • Teilnehmerin bei IPBES-3, 12.-17.01.2015, Bonn; Mitglied des Stakeholder Engagement Networks
  • Organisation und Durchführung eines Workshop zur Stärkung der Beteiligung osteuropäischer Länder an IPBES,
  • Organisation und Durchführung der zweiten Pan-European IPBES Stakeholder Consultation (PESC-2), 22./23.09.2014, Basel
  • Teilnehmerin am African Indigenous and Local Knowledge (ILK) Dialogue Workshop, 14-16 September, 2015, UNESCO Headquarters, Paris
  • Teilnehmerin am ersten Autorentreffen für das IPBES Regional Assessment for Africa, 3.-7.08.2015, Pretoria, Südafrika
  • Teilnehmerin am IPBES Capacity-building Forum, 19-22.10 2015, Dehradun, India
  • Teilnehmerin bei IPBES-4, 22.-28.2.2016, Malaysia; Beiträge zu den Stakeholder days (20. und 22.2.2016), Mitglied der deutschen IPBES-Delegation
  • Organisation und Durchführung der dritten Pan-European IPBES Stakeholder Consultation (PESC-3), 14.-16.06.2016, Leipzig
  • Beteiligung am Workshop der TSU Values zum „multiple values“-Konzept von IPBES, 6./7.09.2016, El Jadida, Marokko
  • Ko-Organisation und Durchführung eines Workshops zum Aufbau nationaler Plattformen zur Unterstützung von IPBES für die frankophonen afrikanischen Länder; gemeinsam mit FRB/NeFo; 27.-29.09.2016, Rabat, Marokko

Fragen:

Was ist Ihre Motivation, sich aktiv am IPBES-Prozess zu beteiligen?
IPBES ist für mich eine der direktesten Antworten auf die eine Frage, die ich mir seit meinen Studien im Rahmen meiner Doktorarbeit gestellt habe: Wie kann ich meine Ergebnisse und mein Wissen über die lokale Bedeutung von Biodiversität und Ökosystemleistungen in Westafrika in die Politik und damit in die Umsetzung bringen? Durch das IPBES Assessment zu Afrika eröffnet sich mir nun die Chance, genau das zu tun. Ich bringe relevantes Wissen zusammen, füge mein eigenes hinzu - und entwerfe mit meinen Autoren-Kolleginnen und -Kollegen hoffentlich adäquate und leicht umzusetzende Handlungsempfehlungen.

Als GIZ bringen wir uns weiterhin in die Arbeit der IPBES TSU Values ein. Wir unterstützen u.a. bei der Gestaltung von Workshops zum Austausch über das IPBES „multiple values“-Konzept, der Ausrichtung von Side Events bei der CBD, oder auch beim Outreach der TSU und IPBES insgesamt. Gerade die Perspektive der Praktiker – die Hauptzielgruppe der GIZ – kann so stärker in IPBES einfließen. Durch die Verbindung beider Tätigkeiten – Autorenschaft und wissenschaftlich-technische Unterstützung der TSU Values – kann ich mein Thema Inwertsetzung von Ökosystemleistungen so sowohl inhaltlich als auch strukturell begleiten. – Sehr spannend!

Was ist für Sie das Besondere am Weltbiodiversitätsrat IPBES?
Das Besondere am IPBES-Prozess ist einerseits seine Zwischenstaatlichkeit - eine der Grundvoraussetzung dafür, dass die Assessment-Reports nach den Verhandlungen auch in die Praxis umgesetzt werden (wenngleich natürlich keine ausreichende Bedingung). Andererseits ist der Prozess sehr proaktiv: Stakeholder Engagement, Transparenz, Offenheit für alternative Ideen. Gerade auch die Intensität, mit der die Integration verschiedener Wissenssysteme im Rahmen des IPBES-Arbeitsprogramms vorangegetrieben wird, ist beeindruckend. Und wir als AutorInnen hoffen, diese Bemühungen bestmöglichst unterstützen und mitgestalten zu können.

An welchem Schwerpunktthema arbeiten Sie mit, und was wäre ein wertvolles Resultat aus Ihrer Sicht?
Ich schreibe am Kapitel 2 des Afrika-Assessments mit, bei dem es um den Nutzen von Biodiversität und Ökosystemleistungen für den Menschen geht. Letztlich ist das eines der zentralen Anliegen des Assessments: Aufzeigen, wo und in welcher Form der Mensch besonders von der Natur abhängt. Mein besonderer Fokus liegt dabei darauf, wie sich die Nutzung der Ökosystemleistungen, deren Inwertsetzung und Abhängigkeiten, zwischen verschiedenen sozialen Gruppen unterscheidet. Dazu gehören beispielsweise sehr arme Bevölkerungsschichten der ländlichen Gebiete oder auch ethnische Gruppen, die besondere, kulturell bedingte Natur-Beziehungen haben. Jede dieser Gruppen nutzt die sie umgebende Natur anders. Und das muss in Naturschutz- und Entwicklungsstrategien berücksichtigt werden.

Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit "Wissenschafts-Politik-Schnittstellen" gemacht? Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie bei einer Mitarbeit an solchen Schnittstellen?
Als Mitarbeiterin beim Netzwerk-Forum zur Biodiversitätsforschung Deutschland (NeFo), einem vom BMBF geförderten Projekt, dem ich von 2013 bis 2016 angehörte, war ich sehr stark in die Arbeit an der Schnittstelle Wissenschaft-Politik eingebunden. Neben der Arbeit auf nationaler Ebene, vor allem zum Capacity Building und Stakeholder Engagement, habe ich mich insbesondere den internationalen, IPBES-relevanten Prozessen gewidmet. Dazu gehört vor allem der CBD-Prozess, aber auch zahlreiche bi- oder multinationale Projekte, wie z.B. die Aktivitäten, die wir gemeinsam mit unseren französischen Partnern in frankophonen afrikanischen Ländern oder auch mit UNDP durchführen. Diese internationalen Arbeiten führe ich im Rahmen meiner Tätigkeit für die GIZ im globalen Vorhaben ValuES (Methoden zur Integration von Ökosystemleistungen in Politik, Planung und Praxis) fort.

Was ist Ihr persönlicher Wunsch für die Zukunft von IPBES?
Das Wichtigste ist für mich natürlich, dass die Ergebnisse von IPBES tatsächlich auf nationaler und lokaler Ebene umgesetzt werden bzw. die Handlungsempfehlungen in bestehenden Strategien Anwendung finden. Um das zu leisten, muss der Prozess en detail und mit viel Kraft vorangetrieben werden - und dem entsprechenden politischen Willen der Länder, die Empfehlungen dann auch wirklich umzusetzen.

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