Expertenprofil Dr. Vanesa Rodríguez Osuna

Angaben zur Person:

Dr. Vanesa Rodríguez Osuna, MSc Environmental engineer

Institutionelle Anbindung:
CUNY Advanced Science Research Center, Environmental Sciences Initiative, New York-USA

Weitere Hintergrundinformationen zu Person und Institution:
http://environment.asrc.cuny.edu

Autorin in welcher Expertengruppe / Task Force (vergangen und gegenwärtig); ggf. weitere Funktionen im IPBES-Prozess

  • Beteiligung am Scopingprozesses für das IPBES-Arbeitsprogramm 2(b); Regionale/subregionale Assessments zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen für die Region Amerika; abgeschlossener Prozess
  • Lead Author bei Kapitel 1 und Kapitel 6 des Assessments für das IPBES-Arbeitsprogramm  2(b); Regionale/subregionale Assessments zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen für die Region Amerika; laufender Prozess
  • Coordinating Lead Author für das Summary for Policy Makers (SPM) für IPBES-Arbeitselement 2(b); Regionale/subregionale Assessments zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen für die Region Amerika; laufender Prozess

Teilnahme in anderen IPBES-relevanten Aktivitäten
Eingeladene Expertin für den IPBES Scenarios Workshop: “IPBES new visions for nature and nature’s contributions to people for the 21st century”, New Zealand;

Fragen:

Was ist Ihre Motivation, sich aktiv am IPBES-Prozess zu beteiligen?
Ich bin damit vertraut und genieße die Zusammenarbeit mit Kollegen aus verschiedenen Disziplinen und Ländern (Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker, Conservation Practitioners, Indigene Bevölkerungen), die mir eine breitere Perspektive ermöglichen. Aus diesem Grund möchte ich den IPBES-Prozess dabei unterstützen, relevante wissenschaftliche Informationen zu evaluieren und in einer geeigneten Form bereit zu stellen, damit Entscheidungsträger sich für den Schutz der Biodiversität,  der Güter und Dienstleistungen von Ökosystemen engagieren.

Was ist für Sie das Besondere am Weltbiodiversitätsrat IPBES?
IPBES ist im Vergleich zum rein wissenschaftlichen Ansatz (Neugierig getrieben) vor allem problem-orientiert und eine hohe Relevanz ist zwingend erforderlich. Deswegen durchlaufen die Berichte von IPBES einen peer-review Prozess von Regierungen und anderen Stakeholdern. Eine weitere Neuerung ist, dass andere Wissenssysteme und graue Literatur in so einem formellen Prozess systematisch berücksichtigt werden.

Sie waren bereits an einem IPBES-Prozess beteiligt. Welche Erfahrungen haben Sie dort bisher machen können und was hat Sie besonders beeindruckt?
Ich war bereits als Expertin am Scopingprozess für die Region Amerika im IPBES-Arbeitsprogramm 2(b); Regionale/subregionale Assessments zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen" beteiligt und danach als Stakeholder im IPBES-3 Plenum gewesen, wo ich beobachten konnte, dass die Vorschläge unserer Arbeitsgruppe von den Entscheidungsträgern (vor allem Politiker) akzeptiert wurden. Diese Erfahrung war sehr positiv. Außerdem fand ich beeindruckend, wie über 100 Experten aus verschiedenen Disziplinen und Ländern am Scopingprozess (im Amerika waren wir 21) erfolgreich und effizient zusammen gearbeitet haben, um einen Konsens bezüglich der thematischen Schwerpunkte des Berichts zu Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen zu erreichen.

Für welches Kapitel haben Sie sich zur Verfügung gestellt und was wäre ein wertvolles Resultat aus Ihrer Sicht?
Ich bin an Kapitel 1 und Kapitel 6 sowie an der Summary for Policymakers Task Force als leitende Autorin beteiligt. Ich finde es sollte uns gelingen, das Interesse von Lesern zu wecken, eine gute Grundstimmung zu vermitteln, die Lösungs,- anstatt Problemorientiert ist, indem wir hervorheben welche Optionen und Alternativen es gibt, damit gut fundierte Entscheidungen getroffen werden können.

Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit "Wissenschafts-Politik-Schnittstellen" gemacht? Welche Chancen und Herausforderungen sehen Sie bei einer Mitarbeit an solchen Schnittstellen?
Bei der GIZ in Bolivien habe ich den ersten Export der Vicugna Faser aus dem nationalen Management Programm ermöglicht, dass eine gute wissenschaftliche Praxis sowie eine enge Zusammenarbeit mit den Indigenen Bevölkerungen und den lokalen Gemeinden, Umwelt,- Steuer,- und Zollbehörden erfordert hat. Außerdem habe ich für die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Forschungsprojekten in Bezug auf Mitigation des Klimawandels, regionale Entwicklung sowie alternative Märkte in Brasilien und Deutschland gearbeitet.
Ich unterstütze ein Deutsch-Bolivianisches Projekt über Umweltverträglichkeitsprüfung und Biodiversität in Bolivien, wo es unter anderem darum geht, wie solch ein Instrument mehr Berücksichtigung für unseren reichen Biodiversitätspool und unsere wertvollen Ökosysteme erreichen kann. 
Zurzeit leite ich ein Projekt in den USA, bei dem wir Methoden entwickeln um zu messen, wie sich die Nachhaltigkeit verschiedener Investment Portfolios speziell auf die Umwelt auswirken. Das Hauptziel ist, Anreize für globale Vermögensverwalter (asset managers wie z.B. Banken) und private Unternehmen zu schaffen, die positives Verhalten gegenüber dem Erhalt von Biodiversität sowie den Schutz der Ökosysteme und deren Dienstleistungen fördern. Nachhaltige Portfolios sind notwendig und erwünscht, da sie den Drück auf die Umweltpolitik verringern können und besonders dort, wo es nicht möglich ist, sich auf die Kontrolle der verantwortlichen Behörden zu verlassen.
Es gibt gute Chancen, dass die Ergebnisse von IPBES von key Stakeholdern und in IPBES Mitgliedsländern übernommen werden. Allerdings wird die Herausforderung sein, dass wir neben dem regionalen/lokalen gleichzeitig nicht den globalen Blick verlieren und dass wir ebenfalls nicht die Menschen vergessen, denen unsere Arbeit dienen soll (in den meisten Fällen keine Wissenschaftler).

Was wäre Ihr persönlicher Wunsch für die Zukunft von IPBES?
Ich wünsche mir, dass IPBES die reiche Erfahrung der vergangenen Prozesse (MEA, TEEB, IPCC) und die hervorragende, bereits existierende Expertise der IPBES Experten dazu genutzt wird, um mit einer soliden Basis Entscheidungsträgern lösungsorientierte Alternativen zum Schutz von Biodiversität und Ökosystemen aufzuzeigen. Gleichzeitig muss die wachsende Nachfrage von Nahrung, Energie und Wasser berücksichtigt werden.

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